Delegieren: Fähigkeit, Aufgaben sinnvoll zu verteilen

Kompetenzbegriff:

Überträgt persönliche Verantwortung auf andere mit dem Ziel einer Verbesserung der Zusammenarbeit; regt sie an und ermutigt sie zur Selbstständigkeit
Schätzt die Stärken und die Schwächen von Mitarbeitern differenziert ein und delegiert dadurch sinnvoll und effektiv
Bindet andere ohne Misstrauen in Verantwortung ein und beteiligt sie an Entscheidungen
Unterweist die Mitarbeiter kontinuierlich und verständlich, erhöht damit die Delegationsmöglichkeit

Erläuterungen:

Delegieren beschreibt die gezielte Übertragung persönlicher Verantwortung auf andere mit dem Ziel einer Verbesserung der gemeinsamen Arbeit.
Es reicht von der Übertragung von eng umrissenen Verantwortungsbereichen bis hin zu einer partizipativen Beteiligung aller Mitarbeiter und einem „Management by Delegation“. (MbD).
Delegieren basiert auf der Einsicht, als Führungskraft in erster Linie Zeit für die Führung zu sichern und Sachbearbeiteraufgaben an den zuständigen Stellen zu belassen sowie das eigenverantwortliche Handeln der Mitarbeiter bewusst zu stärken.

Kompetenzübertreibungen:

Delegiert mit guter Absicht, aber eher zu viel und wird von anderen als bedrängend empfunden…

Ja, wir hatten einen Mann, der lebt in Wien, aber ich werde trotzdem seinen Namen sagen. Der war in meiner Zeit, bevor ich nach Deutschland gegangen bin, OPAL. Opal heißt Operations Analyst. Das ist ein unangenehmer Mensch, der den Leuten auf die Pelle rückt und sagt, schon wieder zu viel Papier verbraucht, oder Öl, oder was auch immer. Alle hassen ihn, weil er nur das Negative hervorkehrt. Er war ein guter OPAL. Ich ging nach Deutschland. Bei meinem Nachfolger wurde er Verkäufer. Er ist alles andere als ein Verkäufer, auch heute noch nicht. Er war dann in der Folge beim Flughafen, und zuletzt, Sie kennen ihn sicher, W. S. Er war viele Jahre Direktor, aber er war alles andere als ein Verkäufer, der den Kunden angenehm gegenüber getreten ist. Er war immer aggressiv. Der kommt nicht aus seiner Haut heraus. Den können Sie auch nicht ändern, dem können Sie Titel umhängen so viel Sie wollen, der ist halt falsch eingesetzt, meiner Meinung nach. Und den Mut muss man haben, jemandem zu sagen, das sind Sie nicht. Sie sind wertvoll. Ich habe einen OPAL gehabt in Deutschland, ein fantastischer Mann, Offizier in der Schweizer Armee, er ist jedes Jahr vier Wochen zu seinen Übungen gegangen. Manchmal haben wir die Strafe bezahlt, damit er bleiben kann. Der war mit jeder Faser seines Lebens ein OPAL. Ich spreche von 72, also noch keine Computer. Buchhaltungsergebnisse werden auf NCR-Maschinen, am fünften des Folgemonats kriege ich von Hamburg, von Köln, von Berlin, München, von Hannover, von Düsseldorf die Resultate und soll die nebeneinander beurteilen. Der Mann heißt L. Und ich sage, Herr L., irgendetwas müssen wir erfinden, lassen Sie sich etwas einfallen, ich will ein System haben, wo ich auf Knopfdruck oder – 

VH:

Auf einen Blick das wichtigste – 

EM:

 – sehe, wo sind die wehen Stellen. Lassen Sie mich nachdenken. Innerhalb von drei Tagen kam er zurück mit einem System, das noch heute funktioniert und in vielen Hotels praktiziert wird, inzwischen auf Computer.

 

Hinweis:
Der interaktive Kompetenzatlas ist eine Lehr- und Lernunterlage zur Vermittlung von Managementkompetenzen, basierend auf 64 KODE-Kompetenzen. Der Kompetenzatlas ist aus einem über 10 stündigem Interview mit John F. Edmaier entstanden, welcher über 25 Jahre lang erfolgreich das Intercontinental Hotel in Wien geleitet hat. Seine Managementerfahrungen wurden den 64 KODE-Kompetenzen als Praxisbeispiele zugeordnet.
Quelle: http://kompetenzatlas.fh-wien.ac.at/